Deutscher Gewerkschaftsbund

28.10.2016
Zukunft der Arbeit

Arbeitnehmerempfang Zittau

Am 25. Oktober 2016 feierten engagierte Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter gemeinsam mit vielen Gästen aus Politik, Hochschule, Betrieben und Verwaltungen den 11. Arbeitnehmerempfang des DGB Kreisverbandes Görlitz. Zusammen mit der Stadt Zittau hatten wir in den Bürgersaal des Rathauses eingeladen.

Anlass dieser Empfänge war immer, aktive Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter bekannt und für die Politik sichtbar zu machen und – wie es der Kreisvorsitzende Siegmar Freund in seiner Eröffnung nannte – „der Gewerkschaftsarbeit ein Gesicht zu geben“. Das ehrenamtliche Engagement vieler Betriebs- und Personalräte sowohl in den Betrieben und Verwaltungen, als auch in den Gremien der Gewerkschaften, spielt in der öffentlichen Wahrnehmung häufig eine untergeordnete Rolle.

Der Arbeitnehmerempfang findet im Herbst statt, in zeitlicher Nähe zum Tag für menschwürdige Arbeit. Diesen Tag feiern Gewerkschaften in aller Welt am 7. Oktober. Er weist darauf hin, dass „die Anstrengungen für eine gerechtere Verteilung der Reichtümer dieser Welt immer noch aktuell ist und wir nicht nachlassen dürfen“, so Freund weiter. Der DGB setzt sich auch für die gerechte Lastenverteilung ein, wenn es z.B. um das Sozialversicherungssystem geht. Vor allem ein Punkt macht dem DGB besonders große Sorgen, das ist das zukünftige Rentenniveau, von dem keiner mehr in Würde leben kann, wenn wir nicht heute die Weichen für die Zukunft stellen. „Dieses Thema wird uns auch die nächsten Jahre begleiten, denn auch die Mindestlohnkampagne hat über 10 Jahre gebraucht, bis wir am Ziel waren“, so der Kreisvorsitzende abschließend.

Der Oberbürgermeister der Stadt Zittau, Thomas Zenker, wies in seiner Rede auf die Standortpolitik hin, die über Jahre die Region als Niedriglohnregion gepriesen hat. Das sei durchaus ambivalent zu sehen, da dringend benötigte Fachkräfte mittlerweile nicht mehr mit Niedriglöhnen zu ködern sind.

Die sächsische DGB Vorsitzende, Iris Kloppich setzte in ihrem Grußwort die Schwerpunkte für die Arbeit der kommenden Monate. Neben den Fragen einer gerechten und nachvollziehbaren Sozialpolitik, die u.a. vor Altersarmut schützen muss, verwies sie darauf, dass sich ArbeitnehmerInnen, wie auch die Arbeitgeber fit machen müssten für die Herausforderungen der Zukunft der Arbeit. Hier spielten vor allem die Digitalisierung und das Stichwort „Industrie 4.0“ eine entscheidende Rolle, wenn es um die Zukunftsfähigkeit der Betriebe geht. Daneben mahnte sie auch an, stärkere Integrationsbemühungen zu unternehmen, um geflüchtete Menschen in den Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft zu integrieren.

Für den Staatssekretär im Sächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Uwe Gaul, der kurzfristig für die Ministerin eingesprungen war, ist die Hochschullandschaft eine der führenden in Europa. Eine solche Dichte an Universitäten, (Fach-)Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Instituten gebe es woanders kaum. Das gilt es auch durch den sogen. Hochschulpakt zu bewahren. Außerdem verwies er auf die vielfältigen Verflechtungen zwischen Wirtschaftsunternehmen und der Wissenschaft, die sich noch stärker füreinander öffnen und miteinander verzahnen müssen. Dazu gehöre auch, dass sich die Unternehmen stärker an der Finanzierung beteiligen müssen. An die jungen Menschen appellierte er, die Möglichkeiten, in Sachsen zu studieren, auch zu nutzen und sich anschließend mit guten Ideen auch selbständig zu machen.

Am Schluss der Veranstaltung konnten noch drei Betriebs- bzw. Personalräte für ihr aktives Engagement geehrt werden.

Die Veranstalter bedanken sich für die Unterstützung bei der Stadt Zittau, bei der Kreismusikschule für die exzellente Musikdarbietung und bei der Privatbrauerei Eibau GmbH.


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