Deutscher Gewerkschaftsbund

11.05.2017
Hoyerswerda, 3. Mai 2017

Bericht über die 13. DGB-Lausitzkonferenz

Die 13. Lausitzkonferenz fand am 3. Mai 2017 in Hoyerswerda statt. Tagungsort war das neue Bürgerzentrum der Kulturfabrik Hoyerswerda. Annähernd 150 Gäste konnten begrüßt werden.

Nach einem musikalischen Einstieg mit Liedern des bekannten Sängers aus der Region, Gerhard Gundermann, eröffnete der Moderator Ralf Jußen die Konferenz. Iris Kloppich, die Bezirksvorsitzende, und Matthias Klemm, Regionsgeschäftsführer, begrüßten die Gäste und berichteten von der Motivation, diese Konferenz durchzuführen. Besonders freuten sie sich, die beiden Wirtschaftsminister der Länder Sachsen und Brandenburg begrüßen zu können. Im folgenden Grußwort des Oberbürgermeisters der Stadt Hoyerswerda, Stefan Skora, streifte dieser nur kurz die Geschichte der Stadt und lenkte den Blick der Gäste auf den Veranstaltungsort, wo Konrad Zuse einst sein Abitur ablegte.

Im Folgenden hatten die beiden Minister nacheinander Gelegenheit ihre Sicht auf die Herausforderungen, die für die Lausitz anstehen, zu benennen. Dabei gingen sie auf die Potentiale ein, die mit massiver Unterstützung durch den Bund und die Ländern entwickelt und gestärkt werden sollen. Minister Dulig nutzte das Podium auch noch für die überraschende Nachricht, dass ein chinesischer Investor in Rothenburg/O.L. vorhat, eine große Fabrik für Elektromobile zu bauen, die einmal bis 1000 Beschäftigte haben soll.

Viele Teilnehmer nutzten dann die restliche Zeit bis zur Mittagspause, um Fragen an die Minister zu stellen bzw. ihre Sicht auf die Notwendigkeiten einer positiven Entwicklung für die Lausitz kundzutun.

Das 1. Podium nach der Mittagspause widmete sich dem Thema Verkehr/Mobilität. Die Gäste auf dem Podium beleuchteten die enorme Bedeutung von abgestimmten Verkehrskonzepten, um Güter und Menschen in die Ballungsräume und zurück zu bringen. Gerade, wenn es um die Gewinnung von Auszubildenden und Fachkräften für regionale Unternehmen geht, ist die Ausgestaltung der Verkehrsinfrastruktur von zentraler Bedeutung. Dabei spielten europäische Verkehrskorridore ebenso eine Rolle wie die Ausdünnung des ÖPNV während der Schulferien und am Wochenende.

Die Verbindung von Guter Arbeit und guter Bildung als Stellschrauben für die Fachkräftesicherung der Region wurde im 2. Podium behandelt. Berichtet wurde von Olivier Höbel, dass es der IG Metall gelungen ist, einen Tarifvertrag zur Bildungsteilzeit abzuschließen. Darin konnten u.a. die Frage der Freistellung geklärt werden. Außerdem verwies er darauf, dass der alte Innovationsbergriff, der sich nur auf technische Neuerungen bezog, heute nicht mehr zeitgemäß ist und auch soziale Aspekte mit einschließen muss. Kollege Hawighorst (IG BAU) zeigte in seinem Statement auf, dass auch die Rolle der Bodenbewirtschaftung neu überdacht werden muss. Dafür sei eine fundierte Regional- und Raumplanung unerlässlich, damit eine weitere Flächenversiegelung gestoppt werden kann. Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Re-Naturierung, neue Gewerbegebiete und Wohnungsbau konkurrieren um die besten Flächen. Die Dezernentin des Landkreises Görlitz, Frau Zettwitz, verwies darauf, dass Fachkräfte nur dann in die Region kommen bzw. bleiben, wenn sie neben Guter Arbeit auch für ihre Familien die „weichen Faktoren“ (Schulnetz, Kitaplatz, gesunde Umwelt, vernetzte Mobilitätskonzepte etc.) vorfinden. Martin Kuder, Geschäftsführer der M´s Marketing + Kommunikation GmbH stellte das Projekt „WEGE – WEITERBILDUNG ZUR GESTALTUNG DER ENERGIEWENDE“ vor und was das für die Sicherung des Fachkräftepotentiales eines Unternehmens bedeutet und welche Rolle dabei Betriebsräte spielen können.

Das 3. Podium widmete sich der Frage, inwiefern die Energieerzeugung und der Ausbau der Netze die Ansiedlung von Industrieunternehmen und Standortsicherung von regionalen Unternehmen in der Lausitz beeinflussen. Betont wurde, dass die regenerativen Energien momentan noch nicht ausreichen, um die Bedarfe der Industrie und der Bewohner der Lausitz rund um die Uhr zu decken. Benannt wurde auch der Fakt, dass auch das E-Auto zwar keinen Auspuff, aber dafür momentan noch einen Schornstein (nämlich am Kraftwerk) hat.

Zum Abschluss der Konferenz wurde der Staffelstab symbolisch an die Kolleg*innen des DGB Berlin-Brandenburg überreicht, die der nächste Ausrichter der Lausitzkonferenz sein werden. In einem ersten Resümee zeigte sich der stellv. DGB-Bezirksvorsitzende, Christian Hoßbach, erfreut, dass im Sommer eine gemeinsame Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Lausitz unter Beteiligung der Landkreise und der beteiligten Länder an den Start gehen soll. Marion Scheier, Regionsgeschäftsführerin der DGB Region Südbrandenburg-Lausitz, verwies nochmal auf das 10-Punkte-Papier mit Forderungen des DGB für eine zukunftsfähige und starke Lausitz, das bei der Konferenz vorgelegt wurde. Neben einem einheitlichen Lausitzmanagement, das alle relevanten Akteure einbezieht und vernetzt, war ihr auch eine gemeinsame Leitbildentwicklung und eine abgestimmte Raumplanung ein besonderes Herzensanliegen.

 

Das "Lausitzpapier" steht hier zum Download bereit:

 

 


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